Dampf ablassen…

Ich mag meine Arbeit als Tagesmutter! Bei Regen etwas weniger als bei Sonnenschein & im Frühling mehr als im Winter. Ich mag es, mit den Kindern Quatsch zu machen, mit ihnen zu singen, ihnen zu helfen, Begeisterung zeigen & fröhlich zu sein. Anders als Erwachsene sind Kinder unbefangen und ehrlich. Sie sind ein Spiegel unserer selbst.

“ LASST DIE KINDER VIEL LACHEN; DANN WERDEN SIE IM ALTER NICHT BÖSE!“2011-12-14 18.13.18

Allerdings haben wir Tagesmütter nicht nur Kontakte mit Kindern & deren Familien, sondern auch mit vielen Kolleginnen und Ämtern. In der Gesellschaft fehlt den Tagesmüttern die nötige Lobby. Platzen ihre Verträge einen Monat oder einen Tag vor Betreuungsbeginn, müssen sie zusehen, schnellstmgl. Ersatz zu finden. Dies war in den letzten 10 Jahren kein Problem. In diesem Jahr allerdings sah die Realität so aus, dass Tagesmütter verleugnet wurden seitens des Jugendamtes. Da wurde den Eltern vorgegaukelt, es gäbe keine freien Plätze bei Tagesmüttern mehr. Warum??? Weil die saatlichen Krippen Vorrang hatten. Viele Eltern wissen um den Alltag in Krippen und entscheiden sich bewusst dagegen. Selbst den Tagesmüttern wurde berichtet, es gäbe keine Anfragen momentan.

Es ist nur schade um den Ruf des zuständigen Jugendamtes, wenn Tagesmütter zwei Tage nach benanntem Telefonat von Eltern erfahren, sie seien seid über drei Monaten auf der Warteliste und bekommen keine Rückmeldung. 🙁

Was sollen wir davon halten?

Werden Tagesmütter mit Absicht nicht weitervermittelt?

Nächster Punkt: Nicht anders sieht es bei der BEZAHLUNG im berüchtigtem Sommerloch aus. Da die Tagesmütter um die begrenzte Kapazität der Angestellten im Jugendamt wissen und der Situation machtlos ausgeliefert sind, versuchen sie die Verträge und Vertragsverlängerungen möglichst frühzeitig einzureichen. Die öffentlichen Träger schaffen es einfach nicht, uns Tagesmütter die Gehälter zeitnah zu berechnen und uns unsere Gehälter in vollem Umfang auszuzahlen.

„Das Büro ist abgeschlossen. Der Herr, der für diese Bearbeitung zuständig sei, ist leider im Urlaub.“

Ich dachte, ich fall vom Hocker. Dreistigkeit kennt keine Grenzen. Nach Endlosdiskussionen und Herausgabe der Telefonnummer inklusive Namen des Chefs, bekam ich 10 min später einen Rückruf mit der Information, die Beiträge werden berechnet und gehen schnellstmgl. raus….

Es gibt keine Tagesmutter, die ich kenne, die ihr Geld in vollem Umfang in den Sommermonaten erhielt. Wer zahlt uns unsere Überziehungszinsen? Die Stadt nicht. Wäre aber schön, da sich durch unsere nichtbezahlten Leistungen, die Gelder von 200 Tagesmüttern auf dem Konto der Stadt vermehren.

Nächster Punkt: KRANKHEIT. Meine Kolleginnen, mich eingeschlossen, sind im Jahr nicht länger als zwei Tage krank. Dies sind Tage, an denen wir entweder von der Magen/ Darm Grippe eingeholt wurden oder unsere Stimme weg ist. Sollte uns etwas niederschmetterndes passieren, Unfall, Krankheit etc sind wir in keinster Weise abgesichert

Ich führe meinen Beruf liebendgerne aus, gehe mit finanziellen Gegebenheiten um, aber die nichtvorhandene Absicherung im Krankheitsfall macht mir Angst. Uns werden fünf Wochen Ausfallzeit bezahlt. Mit Ausfallzeit sind Urlaub und Krankheit gemeint. Sollte der Sommerurlaub, wie üblich drei Wochen betragen, wir einen Unfall erleiden, ein gebrochener Fuß uns handicapt, bleiben uns demnach nur zwei Wochen zur Genesung, sollten wir sie nicht  schon in den Frühjahrsferien genommen haben…

Da wir weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sind, gibt es für uns keine geeignete Lösung. Jeder Angestellte bekommt nach fünf Wochen Krankheit, Krankengeld in Höhe von 65% der Krankenkasse ausgezahlt. Wir Tagesmütter nicht. Die Tagesmütter, die in extern angemieteten Räumlichkeiten arbeiten, könnten die Miete nicht mehr zahlen. Da die Kündigungsfrist drei Monate beträgt, hätten wir Schulden und wären Arbeitslos.

Kein schöner Gedanke!

DIES IST DIE KEHRSEITE MEINES SCHÖNEN BERUFES.

 

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