auf ein Wort

Genauso wichtig wie das Miteinander mit den Kindern, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Ist die Tagesmutter beim Kennenlerngespräch skeptisch und merkt, dass Ansichten der Erziehung und Umgangsformen nicht übereinstimmen, sollte sie sich nicht scheuen:“ Nein!“- zu sagen. Quirlige, laute, energiegeladene und fordernde Kinder passen eher nicht zu Tagesmüttern, die es ruhig angehen lassen. Stimmt die Chemie nicht, wird die Zusammenarbeit über kurz oder lang gestört sein. Wenn sich die Eltern und die Tagesmutter gut verstehen, vor und nach der Abholzeit ein paar Worte wechseln, ist davon auszugehen, dass sich die Kinder schnell einleben, sich schnell wohl und heimisch fühlen. Um ein entspanntes Verhältnis zu den Eltern aufzubauen, ist es von größter Wichtigkeit, ihnen zuzuhören, Aufmerksamkeit zu schenken und nicht aufdringlich  werden wenn es um den Erziehungsstil der Eltern geht. Schließlich hat jeder seine eigenen Sicht- und Betrachtungsweisen. Kein Elternteil möchte unaufgeforderten Rat. Wir Tagesmütter haben kein Recht die Kinder fremder Familien so umzuerziehen, dass sie in unser Weltbild passen. Tipps darf die Tagesmutter dann geben, wenn die Eltern darum bitten.

Jedes Kind ist individuell, stammt einer anderen Familie ab, lebt in einem anderen Umfeld und genießt eine einzigartige Erziehung. Die Aufgabe einer Tagesmutter besteht darin, für die Kinder da zu sein, ihnen Hilfestellungen in allen Bereichen zu geben, sie fördern und lenken, Fröhlichkeit verbreiten, stille Kinder etwas mehr animieren und Aufbrausende ruhiger werden zu lassen. Jede Tagesmutter sollte ihren eigenen Stil im Umgang mit den Tageskindern finden, aber niemals die eigenen Werte auf fremde Kinder übertragen und sie umerziehen oder versuchen den Glauben  zu ändern.

Viele Tagesmütter erstellen Entwicklungsbögen und werten diese zusammen mit den Eltern aus. Einige Tagesmütter bieten sogenannte „Sprechzeiten“ an, am Nachmittag oder am Abend. In stiller Runde kann die Entwicklung des Kindes besprochen werden. Vielen Tagesmüttern reicht es allerdings aus, sich in der Abholzeit etwas mehr Zeit zu nehmen um mit den Eltern alles Wichtige zu besprechen.

Eine Gemeinsamkeit über die sich alle Beteiligten freuen, Kinder, Eltern und Tagesfamilie sind gemeinsame Nachmittage, an denen z.B. Laternen gebastelt werden, die man in kleiner oder größerer Runde mit anschließendem Grillen, spazieren führt.

Ein Weihnachtskaffee, zu dem jeder eine Kleinigkeit beisteuert, ist nicht aufwendig, fördert zudem aber die Gemeinsamkeit und verbindet.

Als Abschluss einer gelungenen Zeit, fahre ich jeden Sommer mit den Kindern und deren Familien in den Zoo. Jeder hat seine Verpflegung im Rucksack. Niemand ist für das Gelingen des Tages verantwortlich. Es gibt viel zu erleben. Alle Kinder freuen sich und haben gute Laune. Die Mamis und Papis haben sich  viel zu erzählen.

Als Tagesmutter kann man so viel richtig machen, aber auch sehr viel falsch.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wie hinterlassen.

Silvia Bertelsmann

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